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Der Front National ist nur ein Störfaktor

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Collingwood, Loki, 1908.

Par Joël Gombin

Der Beinah-Erfolg des FPÖ-Kandidaten bei der Österreichischen Präsidentschaftswahl wurde auch hier in Frankreich mit viel Besorgnis verfolgt. Es war die jüngste Erschütterung in einer langen Reihe von rechtspopulistischen Beben, die bereits weite Teile des Kontinents getroffen haben, und Frankreich nächstes Jahr treffen könnten. Glaubt man den Experten, kann sich nämlich Marine Le Pen gute Chancen bei der anstehenden Präsidentschaftswahl ausrechnen. Dass sie aber ähnlich gut wie Hofer in Österreich abschneiden kann, bleibt fraglich.

Wer den Erfolg des rechtspopulistischen Front National (FN) verstehen will, muss die Unterschiede zu und Gemeinsamkeiten mit anderen europäischen rechtspopulistischen Parteien berücksichtigen. Im Gegensatz zu Ländern wie Österreich, war die radikale Rechte in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg komplett diskreditiert. Sie blieb bis auf ein paar Ausnahmen – allen voran während des Algerienkrieges – bis ins Jahr 1984 fast komplett unbedeutend. In Frankreich gab es jedoch nie eine so starke Ablehnung von faschistischem Gedankengut, wie es sie in Deutschland zum Beispiel gibt.

Auch liegt die eigene faschistische Vergangenheit länger zurück, als in Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland. Der Front National konnte sich zwar erst in den 1980er Jahren in der hiesigen Parteienlandschaft etablieren, doch im Vergleich zu jüngeren Parteien wie der niederländischen PVV oder der britischen UKIP, hat er sich über die Jahrzehnte fest verankert.

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